Alle Jahre wieder kommt sie, die Weihnachtszeit. Und alle Jahre wieder kommen (für manche etwas zu früh) die Lichterketten aus dem Keller, die Weihnachtssongs in die Radios, die Marktstände auf die Plätze, der Glühwein in die Tassen und die festliche Atmosphäre in jede Ecke.

Diese Jahreszeit wird verständlicherweise von vielen geliebt. Die Bilderbuchatmosphäre, die fröhlich-besinnliche Stimmung, die Motivation zu guten Taten und natürlich nicht zuletzt die guten Düfte, die in der Luft liegen – die Zeit hat ihren Reiz. Dennoch ist es gleichzeitig für viele ein kleines Grauen. Denn eben diese guten Düfte kommen von den unendlichen Reihen an Speis und Trank, die man während des Dezembers traditionell geniesst und die eine echte Qual für das Halten der Linie sind. Vor unseren geliebten Vierbeinern verstecken wir diese «gluschtigen» Leckereien, können sie für Hunde doch sogar lebensgefährlich sein. Wäre es aber nicht auch schön, es gäbe jemanden, der die Süssigkeiten vor uns verstecken würde?

Wenn Weihnachten schwer aufliegt

Aber macht Weihnachten überhaupt dick? Die diplomatische Antwort: Ist möglich.

Wer sich zu den Süssigkeiten und den üppigen Festmahlen hinreissen lässt, läuft Gefahr, zuzunehmen. Mehrere Studien zeigen, dass die Menschen aus allen Kulturen über traditionelle und intensiv gefeierte Festtage an Gewicht gewinnen. In christlichen Kulturen passiert dies um Weihnachten und Ostern. In den USA ist zudem Thanksgiving für mehr Kilos verantwortlich. In Japan hingegen werden die Menschen im Frühling etwas schwerer, wenn sie ihre goldene Woche feiern.

Doch es ist nicht nur das Essen, das die Waage mehr Gewicht anzeigen lässt – es ist eine Kombination aus mehreren Faktoren eines Lebensstils, den wir zu Weihnachten wie auch zu anderen Feiertagen gerne pflegen. Zunimmt, wer mehr Kalorien aufnimmt, als er oder sie verbrennt. Ein grosser Faktor spielt hierbei auch der Alkohol. Dieser enthält beinahe doppelt so viele Kalorien wie die gleiche Menge purer Zucker.

Und obwohl der Körper mehr Kalorien verbrennt, wenn er sich in einer kalten Umgebung befindet, verbringen wir die Wintermonate im Normalfall eher im warmen Zuhause – und bewegen uns generell weniger. Ohne den sportlichen Ausgleich ist somit schnell ein Winterpölsterchen angesetzt. Wenn die wiederkehrenden Diät-Neujahrsvorsätze also keine Option mehr sind, ist Disziplin ab November gefragt. Entweder mehr Sport, weniger Essen, oder aber weniger Alkohol. Am besten alles miteinander. Dies heisst aber nicht, dass man nicht geniessen darf. Aber Genuss bringt immer auch die Voraussetzung eines – wortwörtlich – gesunden Mass mit. Hat man dieses nicht, werden Winterpölsterchen schnell zu Frühlingsrollen.

Aufgepasst: Nicht alle Pölsterchen und Röllchen sind ungewollt!

Ist Weihnachten auch schuld am Übergewicht meines Hundes?

Diese Frage ist noch etwas schwieriger zu beantworten und beginnt schon damit, festzustellen, ob der Hund überhaupt übergewichtig ist. Das ist nicht so einfach zu ermitteln – und liefert mehr als genügend Stoff für einen separaten Beitrag (dem wir uns gerne später widmen). Die Ursachen von Übergewicht bei Hunden können ebenfalls sehr unterschiedlich sein. Auch diesen Aspekt schneiden wir fürs Erste nur an.

Einerseits gibt es tatsächlich Hunde, die genetisch veranlagt sind, übergewichtig zu werden. So neigen Rassen wie Golden oder Labrador Retriever, Cocker Spaniel, Beagles, Dackel oder auch Collies zu Übergewicht. Aber grundsätzlich ist es wie bei den Menschen: Ein Plus bei der Energieaufnahme gegenüber dem Energieverbrauch führt zu Polstern (wenn es nicht durch eine Krankheit ausgelöst wird). Dieser Überschuss an Kalorienzunahme kann auf das Alter zurückgeführt werden – was ja bei Menschen ebenfalls oftmals der Fall ist. Auch Hundekörper werden bei zunehmendem Alter leistungsschwächer und der Kalorienverbrauch nimmt dadurch ab. Eine Kastration kann hingegen zu gesteigertem Hunger führen, wodurch trotz stetigem Energieverbrauch der Energiehaushalt unausgeglichen ist.

Nun zur eigentlichen Frage: Hat Weihnachten einen Einfluss auf das Gewicht des Hundes? Das ist ebenfalls gut möglich. Wenn Herrchen oder Frauchen in Einkaufs- und Bescherungsstimmung sind, kommen vielleicht mehr Snacks in Richtung Schnauze als während dem Jahr. Ein Problem. Denn der Hund ist leider nicht dafür bekannt, dass er besonders linienbewusst ist und eine eigene Diätdisziplin verfolgen kann. Geben Sie Ihrem Hund mehr, frisst er auch mehr. Zudem kann es sein, dass sich der übliche Weihnachtsstress auch auf die Bewegung Ihres Hundes auswirkt. Wenn Sie weniger Zeit oder Lust für regelmässige und/oder längere Spaziergänge und Aktivitäten mit Ihrem Hund haben, verbrennt auch dieser weniger Energie während dieser Zeit.

Beobachten Sie also nicht nur Ihr eigenes Ess- und Sportverhalten während der Weihnachtszeit, sondern beziehen Sie Ihren Liebling mit ein! Glücklicherweise gibt es ja genügend kalorienarme Ersatzprodukte – sowohl für Mensch wie auch für Tier – um sich einen etwas sorgenfreieren Genuss trotzdem ermöglichen zu können.